The Name of the Wind von Patrick Rothfuss

Genre: 
 (Band 1)

Verlag: 
Orion London
Erscheinungsjahr: 
2007
ISBN: 
978-0575081406
Seiten: 
661

Der Name des Windes war einer der großen Fantasy-Erfolge der letzten Jahre. Von den verschiedensten Seiten hatte ich nur Positives über den Roman gehört und ging daher mit sehr großen Erwartungen an die Lektüre. Ich wurde nicht enttäuscht.

Kvothe ist der Wirt einer kleinen Dorfkneipe. Keiner im Dorf weiß um seine Vergangenheit – bis eines Tages ein Schreiber auftaucht, der ein Buch über Kvothes Leben schreiben will. Glaubt man den Erzählungen, ist der Mann hinter dem Tresen eine lebende Legende. Doch es ist schwer zu sagen, wo die Wahrheit aufhört und die Dichtung beginnt. Nur Kvothe selbst kann die Geschichte erzählen. Es ist eine Geschichte, die drei Tage braucht, wenn sie richtig erzählt werden soll. “Der Name des Windes” beschreibt den ersten Tag dieser Erzählung.

Kvothe berichtet von seiner Kindheit beim fahrenden Volk, wie er auf schmerzhafte Weise aus seinem behüteten Leben gerissen wurde und wie er von Wissensdurst und Rache getrieben, schließlich in der Akademie der Magier landet, immer auf der Suche nach dem Namen des Windes.

Mir fehlen ein bisschen die Worte, um diesem großartigen Buch mit meiner Rezension gerecht zu werden. Dabei sind gerade die Worte in diesem Roman sehr wichtig. Kvothe stammt aus einer Tradition von Geschichtenerzählern, aus einer Welt in der Worte Macht haben und jede Geschichte mit den richtigen Worten erzählt werden muss. Rothfuss beschreibt das nicht nur, sondern lebt es. Er bringt die Sprache zum Klingen und verwandelt Worte in Musik – und das nicht nur in den eingeschobenen Liedern und Balladen. Man merkt, dass Sprache und Musik in Kvothes Leben eine sehr wichtige Rolle spielen. Ich fand das Buch auf englisch etwas schwerer zu lesen als beispielsweise Game of Thrones, aber man liest sich ein, und kommt vermutlich nur im Original in den vollen Sprachgenuss.

Im Roman dreht sich alles um den Hauptcharakter Kvothe. Für mich war es eine schöne Abwechslung mal ein umfangreiches und sehr gutes Fantasybuch mit nur einer Hauptfigur und nur einem Handlungsstrang zu lesen (lässt man die Rahmenhandlung im Pub, die hin und wieder eingeschoben wird, mal beseite). Kvothe ist in jedem Fall auch ein Charakter, der ein Buch allein durch seine Persönlichkeit tragen kann. Der Leser weiß sehr früh, dass er es hier mit einem einzigartigen, großen Helden zu tun hat und man erfährt auch, dass es wohl das eine oder andere dunkle Kapitel in Kvothes Vergangenheit gab. Doch obwohl Kvothe selbst die Geschichte erzählt bleibt alles Weitere weitgehend rätselhaft. Wie wurde Kvothe zu dieser Legende? Und warum lebt er nun im Verborgenen als Gastwirt?

Obwohl Kvothe schon in seiner Jugend auf sehr vielen Gebieten fast unmenschlich talentiert ist, bleibt er als Charakter interessant, denn er wird mit genug Schicksalschlägen, unvorhergesehenen Entwicklungen und gefährlichen Versuchungen konfrontiert, um die Spannung stets aufrecht zu erhalten.

Neben dem Erzähler hat mich auch die Welt von “Der Name des Windes” sehr beeindruckt. Sie wirkt sehr durchdacht und hintergründig und dadurch extrem authentisch. Man hat während der Lektüre nicht das Gefühl ein Fantasybuch zu lesen, weil die Welt, ihre Geschichte und selbst ihre Magie einfach sehr real erscheinen. Das Magiekonzept wird sehr wissenschaftlich-psychologisch erklärt und ich habe mich mehrfach dabei ertappt, wie ich versuchte, die Gedankenübungen nachzuahmen, die Kvothe auf dem Weg zum Magier absolvieren muss.

Zu guter Letzt bekommt das Buch von mir noch einen extra Pluspunkt für den coolsten und innovativsten Drachen, von dem ich bisher gelesen habe. Ich bin eigentlich kein Drachenfan, aber dieser hat mich völlig überzeugt. Wer das Buch schon kennt, weiß, wovon ich rede, allen anderen will ich den Entdeckungsspaß nicht nehmen.

“Der Name des Windes” hat in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz bekommen. Es ist ein Buch, das sich nur schwer beschreiben oder mit anderen Büchern vergleichen lässt, das aber auf jeden Fall in der allerersten Liga mitspielt. In sehr kunstvollen Bildern wird hier ein interessantes Setting um einen äußerst komplexen Charakter aufgebaut, was sehr viel Lust auf mehr macht. Der zweite Teil “Die Furcht des Weisen” (Wise Man's Fear) ist bereits erschienen. Für den dritten Teil der Trilogie ist noch kein Veröffentlichungsdatum in Sicht.

Mein Fazit:

Information zur Reihe:

Kingkiller Chronicle

epische Fantasy-Trilogie um den geheimnisvollen Kvothe

1: The Name of the Wind (dt.: Der Name des Windes)
2: The Wise Man's Fear (dt.: Die Furcht des Weisen, 2 Bände)
3: The Doors of Stone (noch nicht erschienen)

Hast du das Buch auch gelesen? Oder überlegst du noch, ob es was für dich ist? Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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