Jane Eyre von Charlotte Brontë

Originaltitel: 
Jane Eyre
Verlag: 
dtv
Erscheinungsjahr: 
1847
ISBN: 
978-3423125406 Größe und/oder Gewicht
Seiten: 
672

Jane Eyre ist die Geschichte eines klugen Waisenmädchen, das bei einer Stieftante aufwächst, die es nicht versteht. Abgeschoben auf ein Internat, kann Jane endlich zeigen was in ihr steckt und wächst zu einer gebildeten jungen Frau heran.

Nach der Schule nimmt sie eine Stelle als Hauslehrerin auf dem alten Herrensitz Thornfield Hall an. Mit ihrer Schülerin und den Hausangestellten versteht sie sich sofort blendend, nur der finstere Hausherr ist immer sehr forsch zu ihr. Schon bald jedoch werden ihre Streitgespräche mit ihm zum Höhepunkt von Janes Tag. Sie lernt, was Eifersucht ist, als sie Mr. Rochesters hübsche und edle Angebetete kennenlernt. Doch die alten Mauern von Thornfield Hall verbergen noch weit dunklere Geheimnisse. Ist gar Janes Leben in Gefahr?

Ich dachte, Jane Eyre wäre eine Liebesgeschichte mit einer starken Frau. Tatsächlich ist es in erster Linie die Geschichte einer starken Frau, die nur gewürzt ist mit etwas Romantik, einer Menge Tragik und einem Schuss Mystik.

Das Buch ist komplett als Autobiografie angelegt, in der Jane rückblickend von ihrem Leben berichtet. Jane besitzt großes Talent zur Selbstreflexion und beschreibt die Motive, die ihre Gefühle und Taten antreiben, nachvollziehbar und mitreißend. Die Protagonistin wird dem Leser dadurch sehr greifbar, ihr Schicksal dramatischer. Sie beweist jedoch auch sehr großes Einfühlungsvermögen, was die Darstellung ihrer Mitmenschen angeht. Auch jenen, die ihr ablehnend gegenüberstanden, bringt sie (im Nachhinein) Verständnis entgegen.

Eingebettet in den literarischen und historischen Hintergrund ist Jane als starke und eigenständige Frau zweifellos ein ganz außergewöhnlicher Charakter. Aber auch nach heutigen Maßstäben ist sie eine bemerkenswerte Figur, die auch in großen Schwierigkeiten an ihren Idealen festhält, ihren eigenen Weg durchs Leben sucht und aus Schicksalschlägen letztendlich immer gestärkt hervorgeht.

Die Sprache des Buches ist sehr angenehm. Nüchtern, aber doch voller Emotionen, passend zu der oft recht analytischen Art, mit der Jane mit ihren Gefühlen umgeht. Ich habe das Buch parallel als Taschenbuch in der Neuübersetzung von Gottfried Röckelein und als kostenloses Ebook in einer sehr alten Übersetzung gelesen. Beide hatten ihren Reiz. Die neue Übersetzung liest sich aber doch viel flüssiger und kommt flotter daher ohne den Charme des Originals zu verlieren.

Jane Eyre ist ein Klassiker, der sich auch heute noch sehr gut lesen lässt, die mitreißende Geschichte einer starken Frau, die trotz widrigster Umstände, nicht nur für ihr Glück, sondern vor allem für ihre Ideale kämpft und sich in einer oft düsteren und unwirtlichen Welt zu behaupten weiß.

Mein Fazit:

Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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