Helle Barden von Terry Pratchett

Genre: 


Originaltitel: 
Men at arms
Verlag: 
Goldmann
Erscheinungsjahr: 
1996
ISBN: 
978-3442448739
Seiten: 
384

Die Stadtwache von Ankh-Morpork wird aufgestockt. Damit die “angemessene Repräsentation einzelner Volksgruppen oder so” gewährleistet ist, erhält die Wache einige neue Rekruten, darunter ein Zwerg, ein Troll und ein Werwolf. Dass dabei der Ärger schon vorprogrammiert ist, liegt auf der Hand. Doch die Wache hat nicht nur mit internen Problemen zu kämpfen.

Seltsame Morde geschehen in der Stadt.

“Mord war in Ankh-Morpork ein weitgehend unbekanntes Phänomen, aber es mangelte nicht an Selbstmorden. Nachts in den Schatten durch abgelegene Gassen zu wandern, kam einem Selbstmord gleich. In einer Zwergenbar einen Kurzen verlangen – Selbstmord. Einen Troll fragen, ob er nur Steine im Kopf habe – Selbstmord. Man konnte auf viele verschiedene Arten Selbstmord begehen, wenn man nicht aufpasste.”

(Textauszug)

Die Leichen werden mit einem großen Loch in der Brust gefunden. Höchstwahrscheinlich haben die Vorkommnisse etwas mit dem Diebstahl bei der Assassinengilde zu tun, doch einflussreiche Kräfte versuchen zu verhindern, dass die Wache ihre Ermittlungen fortsetzt. Hauptmann Mumm und seine Männer lassen sich jedoch nicht so einfach aufhalten.

Regelmäßigen Lesern meiner Buchvorstellungen wird schon bekannt sein, dass ich die Scheibenwelt-Bücher sehr gerne lese. Ich weiß nicht, ob ich mich schon als Fan bezeichnen würde, aber gerade die Wache-Bücher, die ich momentan lese, finde ich doch ziemlich genial. So auch “Helle Barden”.

Mir gefällt es, wie Pratchett quasi nebenbei und satirisch überzogen auch einige ernste Themen zur Sprache bringt. In “Helle Barden” geht es viel um Integration von Andersartigen und das Zusammenleben von verschiedenen Rassen und Völkern. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie leicht sich die Probleme zwischen Trollen und Zwergen doch auf die reelle Welt übertragen lassen. Es gibt so viele nette kleine Anspielungen, dass man einige wohl beim ersten Mal lesen gar nicht bemerkt.

Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sehr sympathisch und weit vielschichtiger als man auf den ersten Blick denkt. Besonders Hauptmann Mumm und Korporal Karotte machen in diesem Band eine wichtige Entwicklung durch – und das hängt nicht nur mit Mumms Hochzeit und seinem plötzlichen Aufstieg in den Adel zusammen.

Pratchett schafft es mal wieder eine spannende gut durchdachte Geschichte zu erzählen, die auch durch ihre Details zu begeistern und immer wieder zu überraschen weiß. Das Buch ist auf geniale (nicht auf alberne) Art und Weise lustig und bietet einfach rundum gelungene Unterhaltung. Schon allein die Beschreibungen der Stadt und ihrer Bewohner zeugen von einer bewundernswerten Kreativität. So sind dort nicht nur Assassinen, Diebe und Clowns in offiziellen Gilden organisiert, sondern sogar die Straßenköter – und es ist vermutlich die einzige bekannte Stadt mit einem Zukunftsschweinelager. Kurz: “Helle Barden” ist absolut empfehlenswert!

Mein Fazit:

Für alle Scheibenwelt-Fans und Schnäppchenjäger gibt es "Helle Barden" auch als Doppelband in Kombination mit "Lords und Ladies". Man bekommt quasi zwei tolle Bücher zum Preis von einem!

Information zur Reihe:

Scheibenwelt-Romane

Die Scheibenwelt-Romane haben unter Fantasy-Fans längst Kultstatus erreicht. 37 Romane sind bislang erschienen.

Die Romane erzählen jeweils in sich abgeschlossene Geschichten, es gibt jedoch kleine Reihen, die sich immer wieder mit bestimmten Personen oder Gruppen befassen (die Wache, die Hexen, TOD, die unsichtbare Universität).

Romane über die Wache:

1: Wachen! Wachen!
2. Helle Barden
3: Hohle Köpfe
4: Fliegende Fetzen
5: Der fünfte Elefant
6: Die Nachtwächter
7: Weiberregiment

Bei The L-Space Web findet ihr ein sehr hilfreiches Diagramm über die Lesereihenfolge der Scheibenwelt-Bücher.

Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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