Die Tochter der Wälder von Juliet Marillier

Reihe: 
 (Band 1)

Originaltitel: 
Daughter of the Forest
Verlag: 
Knaur
Erscheinungsjahr: 
2001
ISBN: 
978-3426509067
Seiten: 
656

Sorcha wächst mit ihren sechs älteren Brüdern in der abgeschiedenen Sicherheit von Sevenwaters auf, einem einsamen Grundstück mitten im irischen Wald, umgeben von Wildnis und beschützt vom Feenvolk. Die Mutter ist bei Sorchas Geburt gestorben, der Vater konzentriert alle seine Energie auf den Krieg gegen die Engländer. Deshalb lernen die Kinder schon früh für sich selbst zu sorgen und entwickeln eine selbst für Geschwister außergewöhnliche Verbundenheit. Doch diese Verbundenheit wird auf eine harte Probe gestellt, als ihr Vater eines Tages eine neue Frau mit nach Sevenwaters bringt.

Denn mit dieser Frau beginnt das Unheil. Die sechs Brüder werden von einem schrecklichen Fluch getroffen und Sorcha bleibt alleine und verzweifelt in der Wildnis zurück. Nur durch eine schier unmenschliche Anstrengung könnte es ihr gelingen, die Brüder wieder zu befreien.

“Die Tochter der Wälder” ist eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe. Die Vorlage für die Geschichte lieferte Andersens Märchen “Die wilden Schwäne” und so liest sich das Buch auch recht märchenhaft mit der Feenkönigin, dem Zauber der Natur und natürlich dem Fluch. Gleichzeitig wirkt die Geschichte jedoch sehr realitätsnah und authentisch durch die Ansiedlung des Märchens im historischen Irland. Handlung und Charaktere werden so stimmig beschrieben, dass man nie auf die Idee kommt, das Märchenmotiv auf seine Logik zu untersuchen.

Marillier hat einen sehr angenehmen, lebendigen Schreibstil, der den Leser mitnimmt in die irischen Wälder und in die dunkle Stube des Hauses von Sevenwaters. Ihre Charaktere bleiben keine flachen Papiergestalten. Ein jeder von ihnen wird zu einer dreidimensionalen Persönlichkeit mit eigenen Stärken, Schwächen und Träumen.

Am besten lernen wir natürlich Sorcha kennen. Ein starkes Mädchen, geschult durch den Umgang mit ihren großen Brüdern, aber auch von einer inneren Stärke zehrend, ihrem Glauben an die Natur und die Menschen. Diese Stärke wird aufs Extremste gefordert, als sie plötzlich auf sich alleine gestellt ihre Brüder retten soll. An dieser Stelle legt die Geschichte an Spannung zu. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft das arme Mädchen und die Erfüllung ihrer Aufgabe scheint immer unwahrscheinlicher zu werden. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen bis ich sicher wusste, dass alles (mehr oder weniger) gut ausgehen würde. Sorchas Abenteuer hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Ich konnte gar nicht anders als die Ruhe und Ausdauer zu bewundern, mit welcher sie ihr Schicksal trägt.

“Die Tochter der Wälder” ist seit langem mal wieder ein Buch, dass nicht nur spannend und schön zu lesen ist, sondern mich auch emotional sehr berührt hat. Ein sehr empfehlenswerter Roman voller alter Magie und leiser Tragik.

Mein Fazit:

Information zur Reihe:

Sevenwaters

Historische Fantasy im alten Irland - grandios erzählt

1: Die Tochter der Wälder
2: Der Sohn der Schatten
3: Das Kind der Stürme
4: Die Erben von Sevenwaters
5: Seer of Sevenwaters (auf deutsch noch nicht erschienen)

Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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