Die Söhne der Insel von Jean Johnson

Genre: 
 (Band 1)

Originaltitel: 
The Sword
Verlag: 
Penhaligon
Erscheinungsjahr: 
2008
ISBN: 
978-3764530075
Seiten: 
432

Als Kelly Doyle eines Nachts aufwacht und merkt, dass ihr Haus in Flammen steht, sieht sie ihre letzte Stunde gekommen. Doch sie wird auf magische Weise aus dem Brand gerettet und von zwei seltsamen Typen auf eine einsame Insel in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt entführt.
Kelly ist zunächst verzweifelt und versucht alles, um sich gegen ihre Entführer zur Wehr zu setzen. Erst nach und nach findet sie heraus, dass diese ihr gar nichts Böses wollen. Auch wenn der eine, Saber, jede Gelegenheit wahrnimmt, sich mit ihr zu streiten. Saber wohnt mit seinen sieben Brüdern alleine auf der Insel. Die Familie aus vier recht ungleichen, magischen Zwillingspaaren ist mit einem Fluch belegt. Eine alte Weissagung sagt großes Unheil voraus, das beginnen soll, sobald sich Saber, der Älteste, eine Braut nimmt. Glücklicherweise beruht Kellys Abneigung dem arroganten Zauberer gegenüber auf Gegenseitigkeit, so dass von dieser Seite keine Gefahr droht.
Mit den anderen Brüdern kommt sie jedoch ziemlich gut zurecht und übernimmt bald das Kommando im Schloss. Natürlich sehr zu Sabers Missfallen. Kelly erfährt auch, dass die alten Feinde der Brüder, die für ihr Exil verantwortlich sind, immer noch gegen die Brüder Pläne schmieden. Die Insel und ihrer aller Leben sind in großer Gefahr.

"Die Söhne der Insel" ist klassische Romantasy - oder zumindest das, was ich mir darunter vorstelle, denn gewöhnlich lese ich dieses Genre nicht. Hier ist all die unrealistische Romantik (natürlich wird irgendwann aus Kelly und Saber ein Paar) jedoch mit einer recht netten Hintergrundgeschichte versehen, die das Buch sehr angenehm zu lesen macht. So ist auch abseits des "Er-liebt-mich-Er-hasst-mich" für Dramatik gesorgt. Auch die fantastische Welt und ihre Magie sind gut ausgearbeitet und interessant. So kann beispielsweise der eine der Brüder auf weiteste Entfernungen alles hören, was singend vorgetragen wird und sich auf diese Weise quasi telepathisch über die Ferne unterhalten. Sieht man das Buch also als nette Unterhaltung für Zwischendurch und stellt sich auf etwas Kitsch ein, wird man gut unterhalten.

Besonders die Ausgangssituation der Geschichte hat mich sehr an eine (schlechte) Fanfiction erinnert, in der ein einfaches, missverstandenes Mädchen plötzlich in einer fremden Welt aufwacht und dort den Prinzen ihrer Träume findet. Würde ich entführt und mich in einem Schloss voller offensichtlich sehr mächtiger Magier wiederfinden, würde ich sicher nicht so cool agieren wie Kelly und hätte vermutlich andere Prioritäten als den Jungs (wortwörtlich!) die Ohren lang zu ziehen und sie dazu zu bringen, einen großen Hausputz zu veranstalten. Aber vielleicht bin ich deswegen auch keine Romanheldin geworden.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Kelly und Saber hat mich nicht ganz überzeugt. Es ist natürlich Klischee, dass sich das Paar am Anfang nicht leiden kann und dann nach einigen Wirrungen doch zusammen findet. Der Prozess dazwischen ist mir hier jedoch irgendwie entgangen. Aus "Der Kuss des Kjer", dem vielleicht einzigen Romantasy-Buch, das ich noch gelesen habe, weiß ich, dass man den Wandel von Hass zu Liebe auch viel nachvollziehbarer darstellen kann. Hier kam jedoch weder Romantik noch Erotik bei mir an.

Trotz allem hat mir das Buch gefallen. Geht man mit der richtigen Erwartung an das Ganze heran, liest sich die Geschichte sehr spannend und kurzweilig. Durch die recht einfache Sprache liest sich das Buch außerdem auch extrem schnell. Ich habe es quasi in einem Rutsch durchgeschafft. Aus einer gewissen Distanz ist es auch ganz witzig Kellys verbale und körperliche Kabbeleien mit den Brüdern zu verfolgen. Es gibt einige nette Dialoge und die Bedrohung durch die unbekannten Feinde sorgt dafür, dass der Roman genug Handlung hat. Ich werde vermutlich irgendwann sogar die Fortsetzungen lesen, weil ich schon gerne wissen möchte, wie es mit den Brüdern nun weitergeht (zumal das Ende einen ziemlichen Cliffhanger enthält). Für jeden der acht Brüder (die man nach einiger Zeit tatsächlich sehr gut auseinanderhalten kann) gibt es ein eigenes Buch, in dem er seine große Liebe findet. Ein paar dieser Geschichten haben sich bereits im ersten Band angedeutet.

"Die Söhne der Insel" ist ein nettes, romantisches Fantasy-Buch für Zwischendurch. Wenn man derartige Bücher mag oder mit der richtigen Erwartung an die Geschichte herangeht, findet man hier sehr spannende und kurzweilige Unterhaltung in einer interessanten, magielastigen Fantasy-Welt.

Mein Fazit:

Information zur Reihe:

Sons of Destiny

Romantische Fantasy-Reihe um acht Brüder, die ihre große Liebe finden müssen. Leider sind nur die ersten beiden Bände auf deutsch erschienen.

1: The Sword (Die Söhne der Insel)
2: The Wolf (Der Kuss des Wolfes)
3: The Master
4: The Song
5: The Cat
6: The Storm
7: The Flame
8: The Mage

Hast du das Buch auch gelesen? Oder überlegst du noch, ob es was für dich ist? Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

Kommentare

Kommentar schreiben

Die Planetenkrieger - im weltweiten Netz seit 2000