Die Burg der Alchimisten von Peter Gustav Bartschat

Verlag: 
Nymphenburger
Erscheinungsjahr: 
1996
ISBN: 
978-3485007528
Seiten: 
445

Deutschland, 1523. Edgar Frischlin, Geheimagent im Auftrag des Bischofs von Trier, untersucht eine Diebstahlserie wertvoller Kirchenschätze und gerät dabei mitten zwischen die Fronten der Reformationsstreitigkeiten.

Edgar wird vom Bischof zur Schönburg geschickt, wo sich unerhörte Dinge ereignen sollen. Der Spion stammt selbst aus jener Gegend und so ist sein neuer Auftrag auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Auf der Burg kommt er diversen verschwörerischen Machenschaften auf die Spur. Der Graf versucht mit Hilfe von Edgars Jugendliebe Gold herzustellen und versteckt den gesuchten Schriftsteller Ulrich von Hutten in seinem Heim. Edgars Hauptaufgabe ist jedoch die Aufklärung des höchst mysteriösen Todes des letzten Grafen, über dessen Umstände keiner so recht Bescheid wissen möchte.

Doch nicht nur die mangelnde Informationsbereitschaft mancher Dorfbewohner macht Edgar zu schaffen. Er hat einen unbekannten Konkurrenten, der ganz in schwarz gekleidet ebenfalls die Geheimnisse der Burg ausspioniert...

„Die Burg der Alchimisten“ ist ein historischer Krimi aus der Zeit der Renaissance. Das Buch fängt die Atmosphäre jener Epoche, in welcher das Mittelalter auf dem Rückzug und ganz Deutschland im Wandel war, sehr gut ein. Unaufdringlich werden immer wieder Hintergrundinformationen über die „ketzerischen Reformatoren“, ihre Gegner und Sympathisanten eingestreut. Edgar selbst bleibt in dieser Frage weitgehend neutral, denn er arbeitet nicht ganz freiwillig für den Bischof. Selbst für mich als erfahrenen Historienleser finden sich relativ viele Fachbegriffe oder „veraltete“ Wörter im Text. Diese werden jedoch in Fußnoten kurz erklärt und tragen eher zum Flair der Geschichte bei als dass sie den Lesefluss stören.

Edgar erzählt seine Geschichte aus der Ich-Perspektive. Er ist ein sehr angenehmer Erzähler, der hin und wieder auch ein paar ironische oder sarkastische Kommentare zur Auflockerung einfließen lässt. Im Lauf des Buches erfährt man immer mehr über den Ermittler selbst, darüber wie er zu seinem Job gekommen ist und was ihn eigentlich antreibt. Das liest sich sehr spannend.

Überhaupt ist der ganze Roman sehr unterhaltsam zu lesen. Auch neben der ganzen Verschwörungs-Mord-Diebstahl-Geschichte ist viel geboten. Es gibt spannende Rede- und Schwertduelle, diverse Versteckspiele, Gruselgeschichten und eine ziemlich bedrohliche Räuberbande.

„Die Burg der Alchimisten“ ist ein kurzweiliger Kriminalroman im Deutschland zur Zeit der Reformation. Die historische Kulisse wird überzeugend dargestellt, die Geschichte frisch und spannend erzählt. Sehr schön zu lesen!

Mein Fazit:

Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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