Der Erbe von Mary Stewart

 (Band 2)

Originaltitel: 
The Hollow Hills
Verlag: 
Heyne
Erscheinungsjahr: 
1973
ISBN: 
978-3453133570
Seiten: 
493

Der Zauberer Merlin erzählt die Geschichte von der Geburt des jungen Prinzen Artus. Mit Merlins Hilfe gelangte König Uther einst ins Bett der schönen Herzogin Igraine – in derselben Nacht, in der Igraines Mann starb und sie offiziell für einen anderen frei geworden wäre. Weil Merlin dies nicht vorgesehen oder vielmehr bewusst in Kauf genommen hat, ist er seitdem beim König in Ungnade gefallen und die Zukunft des Bastardsohns in Gefahr.

Merlin setzt alle Hebel in Bewegung, um Artus' Leben zu schützen und seinen Anspruch auf den Thron zu bewahren. Denn er hat gesehen, dass Artus einmal der Herrscher sein wird, der Britannien zu nie gekannter Größe führen wird. Doch der Prinz hat viele Feinde...

Wie schon im ersten Band “Flammender Kristall” fungiert Merlin als Ich-Erzähler. Für das Verständnis des Buches ist die Kenntnis des Vorbandes nicht erforderlich (wie die Autorin auch selbst im Nachwort betont). Sie ist allerdings hilfreich, um die Hintergründe der Personen und ihre Beziehungen zueinander zu verstehen. Mary Stewarts Merlin ist Teil der königlichen Familie und genießt nicht nur wegen seiner übernatürlichen Kräfte hohes Ansehen.

Stewart legt großen Wert darauf, historische Überlieferung und Legende in Einklang zu bringen und das gelingt ihr ziemlich gut. Die Geschichte wirkt stets authentisch und die meisten von Merlins Zaubertricks beruhen mehr auf Wissenschaft denn auf Magie, auch wenn er sich immer auf seine Visionen und Vorahnungen verlässt. Interessant fand ich auch die Schilderung von Morgause, die in dieser Version der Sage Uthers Bastardtochter ist. Sie tritt als ehrgeizige und verführerische Schönheit auf. Auch andere bekannte Personen aus der Artus-Sage (Bedwyr, Cei, Morgan) treten in diesem Band erstmals in Erscheinung und machen neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

“Der Erbe” hat wie schon der Vorgängerband ein eher gemächliches Erzähltempo und lässt viel Raum für Merlins Gedanken, Beobachtungen und Hoffnungen. Ich empfinde das durchaus als positiv. Wer sich für die Hintergründe der Legenden um Camelot interessiert und nicht nur auf Schlachtengetümmel aus ist, wird hier bestens unterhalten werden. Stewarts Merlin-Epos zählt mit Recht zu den Klassikern der historischen Fantasy.

Mein Fazit:

Information zur Reihe:

Merlin-Zyklus

In vier Bänden erzählt Mary Stewart die Artussage nach. Die ersten drei Bände sind aus der Sicht Merlins geschrieben, im letzten Band ist Mordred der Erzähler.

1: Flammender Kristall
2: Der Erbe
3: Merlins Abschied
4: Tag des Unheils

Lest ihr auch so gerne Artus-Romane wie ich? Oder findet ihr es langweilig mehrere Romane mit ähnlicher Grundgeschichte zu lesen?

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