Dämonenblut von Uschi Zietsch

Genre: 
 (Band 1)

Verlag: 
Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 
2008
Seiten: 
368
Der junge Rowarn war schon immer ein Außenseiter im Dorf. Schon allein, dass niemand weiß, wer seine Eltern sind, und er von uralten Zentauren großgezogen wurde, macht ihn zu etwas Besonderem. Als plötzlich mehrere Mädchen des Dorfes auf brutale Weise ermordet werden, fällt der Verdacht sofort auf den sonderbaren Einzelgänger. Beim Versuch seine Unschuld zu beweisen wird Rowarn in den ewig währenden Kampf Regenbogen gegen Finsternis gezogen. Einen Kampf, der auch in Rowarn selbst zu toben scheint, denn er hat keine Erinnerung für den Zeitraum der Mädchenmorde.
 
Doch die Morde sind nicht der einzige Grund zur Aufregung im Tal. Ein stattliches Heer zieht ein, angeführt von Fürst Noirun Ohneland und Olrig, dem Kriegskönig der Zwerge. Die beiden nehmen sich der Mordermittlungen an und helfen Rowarn, das Problem zu lösen.
Durch den Kontakt zu den Kriegern erfährt Rowarn, dass der Kampf zwischen Licht und Finsternis an einem Wendepunkt steht. Der dunkle Herrscher Femris hat bereits drei Splitter des Tabernakels in seiner Gewalt. Wenn es ihm gelingt, die Teile wieder zusammenzusetzen, könnte er die Welt in ein schreckliches Chaos stürzen. Als Rowarn zudem mit einer Information über seine Herkunft konfrontiert wird, die ihn noch größeren Anteil am Schicksal des Tabernakels nehmen lässt, hält ihn nichts mehr in seinem Dorf. Er will mit Noirun und Olrig ausziehen, um ein Krieger zu werden und die Sache des Regenbogens zu verteidigen.
 
Uschi Zietsch präsentiert hier ein richtig gutes klassisches Fantasy-Buch. Zu Anfang windet sich der Plot etwas unschlüssig um die ganze Mordverdacht-Geschichte herum, die eigentlich nur dazu dient Rowarn und seine innere Zwiegespaltenheit vorzustellen. Mit dem Auftauchen von Noirun und Olrig schwenkt der Erzählpfad dann langsam zur eigentlichen Geschichte dieser Trilogie um, zur Suche nach den Splittern des Tabernakels und dem Kampf gegen Femris. Was nach einem Standard-Plot klingt, ist weit mehr als das. Charaktere, Welt und Hintergrund überzeugen mit Lebendigkeit und bringen viele Besonderheiten mit, die dieses Buch aus der Masse ähnlicher Werke herausheben und zu etwas ganz Eigenem machen. Dafür sorgen auch einige sehr nette Plot-Twists, die aber naturgemäß erst nach und nach zum Tragen kommen.
 
"Dämonenblut" hat eine Menge liebenswerter und interessanter Charaktere. Rowarn ist ein Protagonist, mit dem man sehr gut mitfühlen kann. Schnell wird klar, dass eine Menge in ihm steckt und er das Zeug zum Helden hat. Die Ungewissheit über seine Herkunft und gewisse dunkle Seiten an ihm, erschweren jedoch diesen Weg und lassen ihn immer wieder an sich selbst und seinen Fähigkeiten zweifeln. Dass Noirun und Olrig von Beginn an an Rowarn glauben, streicht seine Besonderheit noch heraus. Der Fürst und der Zwergenkönig sind zwei sehr sympathische Charaktere. Sie sind ein wunderbar eingeschworenes Team. Aber auch die Nebencharaktere werden gut gezeichnet. Der Autorin gelingt es, die Personen lebendig und realistisch darzustellen. Es gibt relativ wenig Schwarz-Weiß, fast jeder verbirgt irgendwo noch eine dunkle (bzw. gute) Seite. Das macht das Lesen so interessant.
 
Das Buch überzeugt jedoch nicht nur mit tollen Charakteren, sondern auch durch seinem Weltenbau. Die Welt erscheint sehr tief ausgearbeitet. Eingestreute Geschichten, Sagen und Legenden sorgen für Authentizität. Die aktuellen Ereignisse werden so in einen größeren Zusammenhang gestellt, der sich langsam immer weiter erschließt, und die Geschichte erst rund macht. Waldsee beherbergt zudem einige sehr interessante und geheimnisvolle Wesen. Es gibt Alte und Mächtige, Unsterbliche und Dämonen - und auch wenn man nicht gleich alle Zusammengehörigkeiten durchschaut, bereichern diese Figuren das Buch durch ihre Besonderheiten. Sie beweisen auch in ihrem Handeln, dass sie weit mehr sind als nur verkleidete oder langlebige Menschen. Ich persönlich fand besonders die Figur des Visionenritters interessant.
 
"Dämonenblut" ist ein Roman, den ich jedem Fantasy-Fan nur wärmstens ans Herz legen kann. Es bietet trotz des Rückgriffs auf bewährte Motive weit mehr als nur den Standard-Stoff. Figuren und Welt überzeugen durch Lebendigkeit und Tiefgründigkeit. Das Buch liest sich sehr schön und sehr spannend. Da auch noch das Ende extrem dramatisch ist, kann man gar nicht anders als gleich im zweiten Band der Waldsee-Trilogie weiterzulesen.

Mein Fazit:

Die Einzelbände der Trilogie sind leider nicht mehr im Handel erhältlich, aber es gibt eine sehr nett aussehende Gesamtausgabe vom Fabylon Verlag. Wem die 45 Euro hierfür zu teuer sind (die Bücher sind das Geld in jedem Fall wert), dem empfehle ich die E-Book-Gesamtausgabe. Die ist mit momentan 4,99 Euro ein echtes Schnäppchen.

Information zur Reihe:

Die Chroniken von Waldsee

Spannende Fantasy-Trilogie um den ewigwährenden Kampf zwischen Licht und Finsternis

1: Dämonenblut
2: Nachtfeuer
3: Perlmond

Inzwischen sind auch weitere Bände und Kurzgeschichten rund um die Trilogie erschienen.

Ich freue mich immer über Fragen und Kommentare! (Spoiler bitte kennzeichnen)

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